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Samira an der University of Iowa

 

SamiraSamira

Studiengang: Lehramt für sonderpädagogische
Förderung

Gastuniversität: University of Iowa

Austauschprogramm: Bilateraler Austausch

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USA


15.11.2019: 4 Monate Iowa City / 1 Semester University of Iowa - WAS BLEIBT?


Bevor ich ins Ausland gegangen bin wurde ich oft gefragt: Was erwartest du von deinem Auslandsaufenthalt? Was sind deine Ziele? Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen geantwortet: Neue Freunde kennenlernen? Die Sprachkenntnisse verbessern? Eine andere Kultur kennenlernen? Vielleicht hatten andere Studentinnen und Studenten eine genauere Vorstellung von ihrem Auslandssemester bevor sie es angetreten sind, aber ich hatte absolut keine Ahnung was auf mich zukam. Und vielleicht ist das auch genau gut so.

Die Frage, die ich mir viel lieber stelle ist: Was bleibt mir von meinem Auslandssemester? An was werde ich mit 80 Jahren in meinem Schaukelstuhl noch zurückdenken?
Zunächst einmal werde ich natürlich an alle meine Erlebnisse hier zurückdenken. Es ist so viel tolles passiert. Ob Football, Pumkincarving oder Homecoming - ich durfte so viele mir jetzt schon liebe und wertvolle Erinnerungen sammeln. Weiterhin muss man feststellen, dass die Erwartung neue Freunde zu finden gar nicht so falsch war. Allerdings hatte ich das lange nicht so erwartet. Meine Vorstellung von Freunden im Ausland waren Bekanntschaften, mit denen man ab und zu etwas unternimmt und nach dem Semester über Facebook in Kontakt bleibt. Ich wurde vollkommen überrascht. Ich habe viele Menschen kennengelernt über das Semester aber
in meinem Gedächtnis werden meine amerikanischen Freunde Brynne und Kyler bleiben. Brynne hat mich als ihre Sitznachbarin im Kurs „Trauma across the lifespan“ kennengelernt und mich von sich aus in ihren Freundeskreis eingeladen. Sie hat mich auf eine echte Fraternityparty (die in echt viel harmloser ist als in so manchem Collegefilm) mitgenommen, mit mir meinen 21. Geburtstag und Halloween gefeiert, wir haben uns zu „Study Dates“ in meinem Lieblingscafé getroffen und wir werden noch zusammen mit unseren Müttern einen Ausflug in die Armada Kolonien machen. Kyler habe ich in meinem Creative Writing Kurs kennengelernt. Er hat mich als einer der ersten amerikanischen Studenten angesprochen, da er kürzlich einen Auslandsaufenthalt in Belgien gemacht habe und wisse, dass dies nicht immer einfach wäre. Aus dieser freundlichen Begegnung ist eine richtige Freundschaft hervorgegangen. Wir haben uns
mehrmals zum Kaffee getroffen, natürlich hat er auch meinen 21. Geburtstag mit mir gefeiert und außerdem mich auf die Köstlichkeit von amerikanischen Pancakes gebracht. Als er hörte, dass ich nach mehreren Monaten in der USA noch keine Buttermilk Pancakes gegessen hatte, plante er sofort mit mir ins Diner zu gehen - abends versteht sich. So habe ich das amerikanische Prinzip Breakfast for Dinner ausprobiert und festgestellt: auch wenn Pfannkuchen mit Butter und Ahornsirup nicht gesund sind - super lecker!!!

Am nächsten Tag habe ich direkt meine Mitbewohnerin Lisa ins Diner geschleppt, weil man diese Pancakes nicht verpassen darf! Und daher kommen wir auch gleich zur deutschen Seite der Freundschaften. Unsere aus der uns zugeteilten Universität entstandene Wohngemeinschaft läuft nach anfänglichem sich-an-Iowa-gewöhnen total super! Wir lernen zusammen, kaufen zusammen ein, unternehmen coole Sachen wie zum Beispiel unser Apfelpflücken oder einem amerikanischen Kinofilm gucken, und versuchen alles aus unserer Zeit hier herauszuholen. Weitere unserer Pläne sind: Gingerbread Houses bauen, amerikanische Sugarcookies in Form von „Ugly Christmas Sweaters“ backen, gemeinsam nach NYC fahren und dann haben wir unsere gemeinsame Abfahrt so organisiert, dass wir noch den Abend auf einem Weihnachtsmarkt in Chicago verbringen können bevor wir am nächsten Tag nach Hause fliegen.

Und was die Frage nach den Zielen meines Auslandssemester angeht - aus den Zielen, die ich hatte wurde... etwas anderes als gedacht. Ich bin mit der Erwartung ins Auslandssemester gegangen, hier ein paar Kurse im Bereich Sonderpädagogik zu machen, die meine Perspektive als zukünftige Lehrerin anreichern. Als ich im Büro meiner Academic Advisorin zu Anfang des Semesters saß und hörte, dass man mir nur anbot, Grundlagenkurse zu belegen, fand ich dies erst schade. Sie stimmte mir zu, dass diese Kurse in meinem 3. Studienjahr nicht mehr interessant für mich wären und gab mir die Möglichkeit, mir andere Kurse auszusuchen. Aus einem Impuls hinaus wählte ich einen Kurs in Creative Writing. Ich hatte schon als Kind gern Geschichten geschrieben und dachte - warum auch nicht? Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich meinen Spaß am Scheiben wiedererlangt, wofür ich sehr dankbar bin. Außerdem habe ich in einer meiner Abgaben für den Kurs ein Thema für mich entdeckt, aus dem ich vielleicht ein größeres Projekt machen möchte. Ich möchte all die Geschichten, die meine Oma mir als Kind erzählt hat festhalten und herausfinden, was ich aus diesen Geschichten lerne. Ich setze mich im Moment damit auseinander, wie ich auch in Deutschland weiter am Schreiben bleiben kann. Wer weiß schon was daraus wird?

Die Frage die für mich wichtig ist: Welche Ziele hast du nach deinem Auslandssemester? Der Punkt, den ich hier mache ist einfach nur folgender: versteift euch nicht auf gewisse Erwartungen für euren Auslandsaufenthalt, lasst die Erfahrungen auf euch zukommen, denn - es kommt sowieso immer anders als man denkt. Ich kann hier natürlich nur einen Ausschnitt aus meinen Erfahrungen hier teilen - ich könnte alleine mit den Erfahrungen hier ein ganzes Buch füllen. Ich bin mir sicher, dass mein Auslandssemester gar nicht bereichernder hätte sein können. Ich kann jedem nur empfehlen ins Ausland zu gehen!

    

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05.11.2019: Und auf einmal waren es nur noch wenige Wochen...



image2 (1)Die Homecoming Parade am Freitagabend hatte ein wenig etwas von einem deutschen Karnevalsumzug ohne Kostüme. Musikkapellen, Festzugswagen und Süßigkeiten, die an Kinder verteilt wurden – alles dabei! Nach dem Umzug gab es noch ein kostenloses Konzert. Das haben meine Mitbewohnerin Lisa und ich leider verpasst, da wir nach dem Umzug im Dumpling Restaurant waren. Am restlichen Wochenende hatten wir das Bedürfnis, nach dem ganzen Unistress aus Iowa City rauszukommen. Daher hatten wir geplant, am Samstag nach Cedar Rapids ins Kunstmuseum und am Sonntag zur Wilsons Orchard zum Äpfel pflücken zu fahren. Cedar Rapids stellte sich als kompletter Reinfall heraus. Die Stadt war menschenleer und das Kunstmuseum auch nur wenig spannend. Daher entschlossen wir uns, frühzeitig zurückzufahren und die Mall in Coralville zu besuchen, was echt cool war. Am Sonntag waren wir bei wunderbarem
Wetter auf der Apfelfarm und haben super leckere Äpfel gepflückt. In der nächsten Woche ging es mit Riesenschritten auf Halloween zu.

Daher haben wir am darauffolgenden Sonntag eine Pumpkin Carving Party besucht. Dabei habe ich mir ein viel zu kompliziertes Motiv ausgesucht, allerdings bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden. Am Anfang der Woche habe ich mich neben allen Abgaben abends mit einer Freundin zum Lernen getroffen. Außerdem habe ich mich mit meiner Global Buddy Patnerin (ähnlich wie das Dortmund Double Programm) zum Abendessen getroffen.

In meinen Seminaren merke ich, dass es mit großen Schritten auf das Ende des Semesters zugeht. In dem einen muss man bereits seine Themen für die letzten Abgaben anmelden, in anderen geht es bereits um die Final Klausur oder um das Abschlussprojekt. Das kann einen alles ziemlich traurig machen, wenn man überlegt, dass dieses große Abenteuer bald vorbei sein wird. Denn es ging alles so schnell. Bevor man ins Ausland geht, kommt ein Semester einem vor, wie eine halbe Ewigkeit.Es klingt fast nicht schaffbar, sich für 6 Monate von seinen Freunden und seiner Familie zu trennen – sein Leben zu verlassen. Und es ist wirklich echt gruselig, wenn man genau das tut. Aber man muss sagen, dass man sich dank WhatsApp, Facetime und ähnlichem gar nicht so weit weg vorkommt. Und auch, wenn einen hin und wieder das Heimweh überkommt, hat man eine ganze Gruppe Austauschstudenten an seiner Seite, die in der gleichen Situation sind und gerne helfen. Ich habe schon jetzt so viel, auf das ich für immer zurückblicken werde. Von Erfahrungen mit unserer ursprünglichen Vermieterin (von der Horrorwohnung am Anfang), über das Einrichtern der neuen Wohnung, sich in Amerikas Supermärkten zurechtfinden (zum Beispiel ein Brot backen zu wollen, aber nirgends frische Hefe zu finden und ähnliche Abenteuer),
dank meines Creative Writing Kurses meinen Spaß am Schreiben wiederzufinden, meiner ersten College Party, zu meinen 21.Geburtstag hier feiern mit all den wundervollen Freunden, die ich hier kennengelernt habe.

Das ist nur eine kleine Aufzählung einiger Dinge, die hier passiert sind. Hinzukommend habe ich an Iowa Traditionen wie Homecoming oder „the wave“ bei Footballspielen teilgenommen, einen Kürbis geschnitzt, war im Theater, beim Football und bei vielem mehr. Man könnte jetzt sagen, dass das alles zu gut klingt, um wahr zu sein. Neben allen Erlebnissen hier, muss man natürlich akademisch auch richtig was leisten. In amerikanischen Unikursen werden die Studenten schon strenger behandelt als in Deutschland. Anwesenheit und
Mitarbeit geht in die Note ein, in vielen Kursen gibt es wöchentliche Abgaben oder Quizze und man hat mehr Klausuren als die eine am Ende des Semesters bei uns. Hinzu kommt, dass die Semesterzeiten in Deutschland und Amerika nicht parallel ablaufen. Das hatte also zur Folge, dass ich zu Beginn noch Hausarbeiten für Dortmund geschrieben habe, obwohl ich auch hier viel zu tun hatte. Es ist eine
Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen. Man will sich akademisch weiter entwickeln, sein Studium zuhause aber weiterhin bedenken und aber auch das Land und die Leute kennen lernen. Diese Herausforderung, macht ein Semester im Ausland sehr intensiv und lässt einen gegebenenfalls über sich selbst hinauswachsen, wofür ich sehr dankbar bin. Das Ende ist zwar in Sicht, aber es liegt noch eine intensive, mit Spaß und Erfahrungen gefüllte Zeit vor mir. Und darauf freue ich mich. Ich werde aus jeder Sekunde das Beste machen!

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18.10.2019:  Politiker-Pizza und Pumpkin-Pie-M&Ms


Snapchat-1025270863Spannende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Im kommenden Jahr findet in den USA die Präsidentschaftswahl statt. Der Herausforderer von Donald Trump wird in Vorwahlen der jeweiligen Staaten gekürt und der Wahlkampf ist bereits in vollem Gange. Die Kandidaten müssen sich im Vorfeld qualifizieren. Eine ihrer Hauptaufgaben in dieser Zeit ist es, Geld für ihre Kampagne zu sammeln. Also ziehen sie durchs Land und machen Wahlkampfveranstaltungen, um bei dieser Gelegenheit auch Geld einzusammeln. Im Zuge dessen tauchten einige auch Kandidaten hier in IOWA auf und ich konnte sie hautnah erleben. Bis jetzt hatte ich die Gelegenheit, mit Joe Biden (ehemaliger Vizepräsident unter Obama) ein Schwätzchen zu halten, außerdem gaben sich Bernie Sanders und Pete Buttigieg die Ehre. Es ist schon ein Erlebnis so etwas mal live zu erleben und so nah an die Protagonisten heranzukommen. Als kleinen Nebeneffekt
wird man von den Herren sogar noch verpflegt. Es gibt nicht nur Buttons und Fähnchen, sondern je nach Kandidat Eiscreme, Pizza, oder Popcorn. Das ist ein ganz anderer Stil hier und ich habe jetzt mal am eigenen Leib erfahren, was der Begriff Wahlkampf-PARTY wirklich bedeutet.

Außerdem rüstet man sich hier so langsam für Halloween. Vergangenes Wochenende war ich in Minnesota unterwegs, um Freunde zu besuchen. Das ist schon beeindruckend. Häuser und Vorgärten sind geschmückt, man sieht Grabsteine, tausende von geschnitzten Kürbissen, gruselige Gestalten und manchmal auch etwas eklige Dinge. Die Geschäfte haben Halloweenabteilungen mit allerlei Dekorationen und verrückten Süßigkeiten. Inzwischen ist diese Welle ja auch schon nach Deutschland geschwappt, aber hier ist das schon noch eine ganz andere Dimension.

Auch in Iowa City kündigt sich ein neues Ereignis an. Am kommenden Wochenende wird hier Homecoming zelebriert. Das ist so eine Art
Ehemaligentreffen. Allerdings begeht man das hier doch auch anders als wir das von zuhause gewohnt sind. Einmal im Jahr sollen alle ehemaligen Angestellten und Studenten zum Ereignis des Homecoming Footballspiels zurück an ihre Universität kommen. DIes wird mit verschiedenen Events über die Woche und einer großen Parade am Freitag gefeiert. Bericht folgt.

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04.10.2019:  Und dann fand ich mich in der Unizeitung wieder...


image2Man geht mit großen Erwartungen ins Ausland - man erwartet sich weiter zu entwickeln, neue Freunde zu gewinnen und viele neue Erfahrungen zu machen. Allerdings hätte ich NIE damit gerechnet in der Zeitung zu landen. Alles fing mit der einfachen Frage von einem Freund aus meinem Creative Writing Kurs an, ob er mich und einen anderen deutschen Austauschschüler aus unserem Kurs für die Unizeitung interviewen könnte. Er wollte einen Artikel über international students in Creative Writing Kursen schreiben. Völlig unbedarft willigte ich ein - unwissend, wie groß das ganze werden sollte. Am Tag an dem das Interview stattfinden sollte, bekam ich morgens eine WhatsApp Nachricht von seiner Kollegin - die für Video und Foto zuständig sei. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass wir (drei international students) zum Student Spotlight der nächsten Ausgabe werden sollten. Nach dem eigentlichen, gemeinschaftlichen Interview folgten also noch ein Solo Interview, welches auf Video aufgenommen wurde und sehr professionell aufgenommene Fotos.

Und so landete ich zusammen mit den zwei anderen ausländischen Studierenden in der aktuellen Ausgabe des Daily Iowan. Das Foto von mir wurde von Jenna Galligan aufgenommen. Wer den Artikel lesen möchte, findet ihn unter:
https://dailyiowan.com/2019/10/02/international-students-taste-top-notch-creative-writing-program-at-the-ui/

Außerdem nehme ich hier an dem Global Buddy Programm Teil, was sehr dem Dortmund Double Programm teil. Über das Semester gibt es mehrere Events und Ausflüge, die von Global Buddies organisiert werden. Der erste Ausflug ging zu Wilson’s Orchard, wo viele verschiedene Apfelsorten und Kürbisse gezüchtet werden. Dort haben wir eine Fahrt mit einem Traktoranhänger durch die Apfelfelder gemacht und haben anschließend hausgemachte „Apple Turnovers“ (warme Kuchenteilchen gefüllt mit Äpfeln) mit Zimteis gegessen. Man hätte außerdem noch selber Äpfel pflücken gehen können, um zuhause den amerikanischen Herbstklassiker Apple Pie zu backen.

So langsam gehen die Temperaturen runter und es wird endlich Herbst. Daher wird meine nächste Mission zu lernen, wie man einen amerikanischen Pumpkin Pie backt. Stay tuned :)

    


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20.09.2019:  Das Beste an Iowa City 



Bei der Entscheidung, für eine Zeit im Ausland zu studieren, stehen natürlich oft akademische Faktoren im Vordergrund. Aber was ist mit der Zeit, wenn man grade nicht in Seminaren oder Vorlesungen ist? Ich möchte euch in diesem Beitrag von meinen Erfahrungen außerhalb des Unterrichts erzählen. Iowa City ist eine totale Studentenstadt! Von meinen Kursgebäuden läuft man maximal 10 Minuten in die Innenstadt. Dort angekommen, gibt es so ziemlich alles, was das Studentenherz sich wünschen könnte. Einen Frozen Joghurt Laden, kleine Geschäfte mit verschiedensten Produkten und coole Restaurants. Was aber bei den Studentinnen und Studenten der University of Iowa vermutlich am beliebtesten ist sind die kleinen Cafés, die tüchtig mit Kaffee, Tee, heißer Schokolade oder saisonalen Getränken wie „Pumpkin Pie Latte“ versorgen, und dann auch häufig als Platz zum Lernen dienen. Mein absoluter Lieblingsort in ganz Iowa City ist das Java House. Ein kleines Café mit rustikalen Holztischen, antiken Lampen und spannenden Kunstwerken an den dunkelblauen Wänden – meiner Meinung nach die perfekte Atmosphäre zum Konzentrieren! Ein anderes Highlight ist für mich der süße Buchladen „Prarie Lights“. Der Laden führt eine ganze Reihe der Kursbücher, die man hier als Student
braucht, versorgt uns hier aber auch mit allen anderen Arten von Büchern. Über dem Laden befindet sich ein kleines Lerncafé, was bei den Studenten auch sehr beliebt ist. Außerdem kann man dort am Wochenende Lesungen von internationalen Autoren
lauschen. In der Innenstadt von Iowa City ist das Old Capitol Building mit seiner goldenen Kuppel kaum zu übersehen. Die Stufen des Gebäudes werden von den Studenten ebenfalls fleißig als Ort zum Lernen genutzt. Dort hat man den netten Nebeneffekt von einem schönen Ausblick über die Iowa City. Wenn man nach dem vielen Lernen oder am Wochenende Zeit mit seinen Freunden verbringen möchte, bietet die Stadt eine ganze Reihe von netten Bars, in denen man den aktuellen Sport auf Fernsehbildschirmen verfolgen und übersüßte Limonade trinken kann. So, nun dazu was das Beste an Iowa City ist – die Menschen! Wenn man ins Ausland geht hat man vielleicht zunächst Sorge, Anschluss zu finden. Darum muss man sich hier gar keine Sorgen machen. Ob es ein Kommilitone ist, der einen nach dem Unterricht anspricht und vorschlägt, mal was zu unternehmen oder ob es die Sitznachbarin ist, die einen
zum nächsten Treffen mit ihren Freunden einlädt – das Klischee der Freundlichkeit des mittleren Westens bestätigt sich und man lernt ganz leicht viele neue Leute kennen.

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06.09.2019: Das erste Collegefootballspiel



Nach dem etwas holprigen Start in das Semester, fühlte ich mich in den letzten zwei Wochen endlich angekommen. Am Ende der Orientierungswoche habe ich mich mit meiner akademischen Beraterin getroffen, um meine Kurse zu wählen. Ich hatte ursprünglich geplant, primär Sonderpädagogik Kurse zu belegen. Allerdings ist Iowa City eine UNESCO Stadt für Literatur und hat wahnsinnig viele Autoren. Daher konnte ich nicht anders, als mich für einen Kurs im kreativen Schreiben anzumelden. Ansonsten habe ich noch
einen Kurs in Übersetzung, einen in Eltern-Lehrer Kommunikation und einen Kurs darüber, wie Menschen im Verlauf ihres Lebens von Traumata beeinflusst werden. Jeder Dortmunder Student lacht mich grade vermutlich aus - nur vier Kurse? Das klingt aus deutscher Sicht erstmal wenig, allerdings scheint der Aufwand, den man für ein Seminar betreiben muss, hier deutlich höher.

Dank des Labour Days, hatte ich ein langes Wochenende, um viel zu unternehmen. Am Samstag bin ich zusammen mit meiner Mitbewohnerin zum ersten Spiel der Saison der Iowa Hawkeyes, der College Footballmannschaft von Iowa City, gegangen. Und auch wenn ich dachte, große Sportveranstaltungen aus Dortmund zu kennen - war das doch eine ganz neue Erfahrung. Die ganze Stadt Iowa City scheint bei einem Footballspiel zum Feiern ans Footballstadion zu kommen, auch wenn nur ein Bruchteil der Menschenmenge dann
tatsächlich Karten zum Spiel hat. Man muss sich einmal vorstellen, das Iowa City 74000 Einwohner, und das Stadion ein Fassungsvermögen von ca. 70000 hat. Football ist in Iowa City ein echtes Community Event.

Die Spiele werden im amerikanischen Fernsehen übertragen, teilweise sogar bei ESPN 2. Einmal im Stadium angekommen, fühlt man
sich zunächst einmal wie zuhause, da die Vereinsfarben Schwarz und Gelb sind, dann aber wie in einem amerikanischen College Film. Die Footballspieler auf dem Feld sehen in ihren Ausrüstungen fast unecht aus, da man solche Szenen schon in so vielen Filmen gesehen hat. Dieser zuvor beschriebene Community Spirit zeigt sich nicht zuletzt in einer Footballtradition im Stadion. Neben dem Stadion ist das
Kinderkrankenhaus so gebaut, dass die Kinder aus ihren Zimmern die Spiele mitverfolgen können. Und so hat sich in Iowa City die
Tradition „the Wave“ eingebürgert, bei der sich einmal während jedes Footballspiels das ganze Stadion zum Kinderkrankenhaus umdreht und den Kindern winkt. So wollen die Footballfans ihre Unterstützung für die Kinder zeigen. Es ist wahnsinnig rührend zu sehen, wie Fans, Teams und Offizielle unter anderem mit ihren Handytaschenlampen den Kindern winken und man sehen kann wie die
teilweise schwerkranken Kinder mit ihren Handytaschenlampen oder übergroßen Händen antworten.

Für diese Tradition sind sie 2017 zum Laureus Award für die emotionalsten Sportmomente nominiert worden. Ich fühle mich in Iowa City wirklich willkommen. Ich habe bisher nur Menschen getroffen, die sich wahnsinnig gefreut haben, jemanden aus einem anderen Land
kennenzulernen. Dazu kommt, dass Iowa City wirklich zeigt, wie wichtig der Stadt Gemeinschaft und Zusammenhalt ist. Das ist wirklich sehr beeindruckend.

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23.08.2019: Die erste Woche 


20190819_173756Die Vorfreude war riesig, als ich im Flieger von Miami nach Cedar Rapids saß, um bald meinen ersten Tag der Orientierungswoche an der University of Iowa anzutreten. Ich hatte zuvor zwei Wochen in Miami Beach Urlaub gemacht. Als ich dann an meinem gemieteten Appartement ankam, erwartete mich bereits meine bereits sehr enttäuschte Mitbewohnerin. Auf der Wohnungsanzeigen sah unsere Wohnung fantastisch aus, aber bei Ankunft erwarteten uns sehr kalte, kaum geputzte Räume. Der Müll befand sich noch von unseren Vorgängern in der Küche, in der Dusche war Schimmel und an den Decken im Wohnzimmer nasse Flecken. Nach kurzer Zeit wurde klar, dort können wir nicht
bleiben!

Am nächsten Tag trafen wir uns mit einer Mitarbeiterin der Universität, die uns bereits vor unserer Ankunft ihre Hilfe angeboten hatte, da sie freiwillig internationalen Studierenden hilft, sich einzugewöhnen. Sie hat in ihrer Studienzeit ein Jahr in Deutschland verbracht, in dem ihr einiges schwer viel. Daher hat sie es sich zur Mission gemacht, anderen Studenten nun in ihren Auslandsaufenthalten zu helfen. So steht sie auch schon seit mehreren Jahren in Kontakt mit unserer Uni. Sie brachte uns mit anderen Studentinnen in Verbindung, welche ihre Vermieter anriefen, um uns in unserer schlechten Wohnsituation herauszuhelfen. Nun standen wir zunächst vor der Herausforderung unsere Verträge durchzusehen, um einen Ausweg aus unserer Situation zu finden. Und Mietverträge auf Englisch sind manchmal gar nicht so leicht zu verstehen.

Eine der Studentinnen nahm uns sogar auf, und so schliefen wir bereits in unserer 2. Nacht in Iowa in ihrem Wohnzimmer. Nach einigen Tagen hatten wir es dann aber geschafft, aus unserer ursprünglichen Mietverpflichtung herauszukommen,
einen neuen Mietvertrag zu unterschreiben und unsere neue Wohnung einzurichten. Bei den Einkäufen für unsere neue Wohnung hat uns abermals die besagte Unimitarbeiterin geholfen, indem sie uns mit dem Auto einkaufen gefahren hat. Das klingt natürlich erstmal nach einem harten Start. Aber auf der anderen Seite durften wir das Orientierungsprogramm der Universität durchlaufen, welches uns nicht nur mit wichtigen Informationen über das Unileben versorgte. Es führte uns aber auch weiter in amerikanische Gepflogenheiten ein und machte uns deutlich, dass jeder durch verschiedene Phasen der kulturellen Anpassung geht und dass die eigenen Reaktionen oder Gefühle im Bezug auf eine solch neue Situation legitim und normal sind.


Insgesamt sind wir einer Universität begegnet, in der uns jeder mit offenen Armen willkommen geheißen hat. Iowa City ist eine wunderschöne Unistadt, in der man sehr auf das eigene Footballteam stolz ist, die Iowa City Hawkeyes. Besonders fällt dies einem auf, wenn man die vielen Menschen in der Stadt in Hawkeye Fankleidung oder in Unikleidung rumlaufen und damit ihre Verbundenheit zur Stadt ausdrücken sieht. Hier ein paar erste Eindrücke aus Iowa City:

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Hallo Hawkeyes!


Mein Name ist Samira und ich werde in kurzer Zeit in mein Auslandssemester an der University of Iowa starten. Natürlich habe ich eine Menge Erwartungen und Wünsche für meine Zeit dort. Ich hoffe im Studium dort einen anderen Blick auf mein Studienfach Sonderpädagogik zu erhalten. Besonders freue ich darauf, voll ins amerikanische Universitätsleben einzutauchen. Iowa City und die Umgebung erkunden, meine neuen Kommilitoninnen und Kommilitonen kennenlernen und amerikanische Feste wie Halloween und Thanksgiving feiern, wird mein Auslandssemester sicher unvergesslich machen!


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Kontakt

Laura Hope
Tel.: 0231 755-4728

 

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