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Maren an der Nebraska Wesleyan University

 

     maren

Maren

Studiengang: Lehramt für Musik und Deutsch

Gastuniversität: Nebraska Wesleyan University

Austauschprogramm: ISEP-Austausch

Lake Lure 2
USA

22.03.2020: Spring Break und die Realität


Vor zwei Wochen hätte ich mir das nicht träumen lassen. Aber so geht es wohl momentan sehr vielen. Ich bin unbeschwert in meine Ferien gestartet. In der Sonne Floridas konnte ich sowohl für die Sommersaison trainieren als auch eine unfassbare Natur in den Everglades bestaunen. Von da aus ging es weiter nach New York. Dort habe ich mich mit einer Freundin aus Deutschland getroffen. Die Stadt ist wirklich verrückt. Aber auch genauso schön. Die ersten Tagen konnten wir noch richtig genießen mit Central Park, Natural History Museum, Rockefeller Center, Staten Island etc. Das volle Touri-Programm. New York City ist wirklich eine Reise wert und lege ich daher jedem ans Herzen. Als der Einreisestopp verhängt wurde hat sich alles sehr rasant entwickelt. Die letzten zwei Tage habe ich dann allein in NYC verbracht. Es war trotzdem ein total schöner Urlaub, aber jetzt bin ich zurück in der Realität angekommen.

Wir haben schon vor den Ferien immer die Nachrichten zu Corona verfolgt, aber in Nebraska, der selbstklärten Mitte im Nirgendwo, haben wir uns alle sehr sicher gefühlt. Die japanischen Studenten hatten zwischenzeitlich Sorge, dass sie im Mai nicht zurück nach Japan einreisen könnten, doch wir wurden eines Besseren belehrt. Die Entwicklungen waren sehr schnell und haben mich damit auch ziemlich überrumpelt. Ich bin für eine Woche in die Ferien gefahren und zuerst wurde ich von meiner Uni informiert, dass am Montag definitiv das Semester weitergehen würde. Doch bereits zwei Tage später wurde diese Aussage revidiert und unser Semester auf reine Online-Veranstaltungen umgestellt. Was das genau bedeutet stellt sich nun erst nach und nach raus. Aber Chorproben und Sportkurse werden so nahezu nicht umsetzbar sein. Zusätzlich hat unsere Uni für alle Studierenden, die auf den Campus bleiben, strenge Maßnahmen und Regeln aufgestellt. In der Mensa haben wir mit Plastikbesteck an Einzeltischen essen müssen und in unseren Gemeinschaftsküchen durften wir den Herd nicht mehr benutzen. Auch gab es keine Möglichkeit mehr in Gemeinschaftsräumen zusammen zu sitzen. Zugegebenermaßen ist es natürlich gut, dass die Uni umfangreiche präventive Maßnahmen ergreift, jedoch waren einige Maßnahmen, wie das Verbot einen Herd zu benutzen und Plastikbesteck anstelle von normalem Besteck für mich nicht nachzuvollziehen. Zuerst wollte ich in Lincoln bleiben, weil die Hoffnung auf eine Besserung natürlich da war, doch mit Absage der Graduation für den Abschlussjahrgang wurde mir klar, dass es in meinen letzten zwei Monaten keine Besserung geben wird. Es war sehr bitter nach der Hälfte des Semesters abreisen zu müssen. Die ersten acht Wochen meines Semesters waren unfassbar schön und umso schwerer ist es jetzt all das nicht mehr zu haben. Kein Leichtathletikteam, keine Veranstaltungen, keine Theateraufführungen. Durch die Ferien unmittelbar vorher und die drängende Zeit konnte ich mich auch nicht von allen Freunden und erst recht nicht von meinen Professoren verabschieden. Alles was ein Auslandssemester ausmacht und diese Einmaligkeit im Leben sind zerplatzt wie eine Seifenblase. Aber das zeigt natürlich auch wie wertvoll es ist was wir haben und natürlich ist es wichtig die Gesellschaft und Gesundheit von jedem zu schützen. Und das Gefühl zuhause zu sein, bei der eigenen Familie und einem Gesundheitssystem, das man kennt, dem man vertraut ist und das einen bedingungslos versorgt, gibt ein großes Stück Sicherheit. Meine Entscheidung nach Hause zu fliegen war die richtige, wenn auch keine schöne.

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26.02.2020: Always studying?


Bericht 4.1Die amerikanischen Universitäten unterscheiden sich zu den deutschen vor allem darin, dass man jede Menge Hausaufgaben machen muss und diese jedes Mal bewertet werden. Ich habe durch meine Sportkurse zum Glück nicht so einen hohen Arbeitsaufwand, aber viele meiner Freunde sind ständig am Studieren. Gerade kurz vor Spring-Break stehen in vielen Kursen Mid-Terms an und da steigt der Stresspegel schnell. Die Kurse an sich unterscheiden sich bei mir vor allem in der Länge und Häufigkeit. Ein Kurs dauert normalerweise 50 Minuten, findet dafür aber mehrmals die Woche statt. Den größten Unterschied merke ich in meiner Education class. Der Fokus liegt weniger auf der Wissenschaft als viel mehr auf persönlichen Erfahrungen. Es geht also nicht nur um das Erlernen von neuen wissenschaftlichen Fakten, sondern auch um die Weiterentwicklung der eigenen Lehrerpersönlichkeit. An die Ansprache unseres Professors musste ich mich tatsächlich etwas gewöhnen. Ich würde die Amerikaner als emotionale Menschen bezeichnen, die eine Verbindung spüren wollen und vollkommen in ihrer Sache aufgehen. Meine deutsche Sachlichkeit hat da manchmal Probleme mitzukommen. Nichtsdestotrotz nehme ich diese Erfahrungen als sehr positiv war und bin dankbar ein Teil der P-Wolves sein zu dürfen. Die P-Wolves (Der Prairie Wolve ist das Maskottchen der NWU) sind wirklich eine Familie und die Uni tut viel, damit sich jeder aufgenommen fühlt. An den Wochenenden versuche ich immer etwas zu unternehmen. Lincoln ist natürlich keine Weltmetropole, trotzdem kann man eine schöne Zeit haben. In Deutschland bin ich immer unterwegs und so ist die Zeit hier tatsächlich auch ein bisschen entschleunigend. Die Wochenenden sind trotzdem zu kurz. Ich glaube das wird sich nirgends ändern. Manchmal ist es schwierig alle Freunde zu motivieren, weil viele Hausaufgaben machen müssen oder arbeiten. Aber meistens findet man jemanden mit dem man im Pool schwimmen oder eine Runde laufen gehen kann. In den letzten Wochen fanden auch immer wieder Basketballspiele statt und das Team der NWU konnte tatsächlich die Liga gewinnen! Die Stimmung war mit Live-Band und Cheerleadern fast so gut wie im Westfalenstadion. Die Spiele anzuschauen hat mir sehr viel Spaß gemacht, und das wird definitiv eine Sache sein, die ich in den nächsten Wochen vermissen werde. In Deutschland werde ich aber definitiv mal zu dem ein oder anderen Spiel gehen. Neben Sportveranstaltungen gibt es aber gerade an der NWU auch ein breites kulturelles Programm. Die Uni ist bekannt für ihre Theaterstudiengänge und so konnte ich schon zwei Theateraufführungen und auch das Musical „American Idiot“ genießen.

Trotz dessen das ich irgendwo im nirgendwo bin, gibt es viele tolle Erlebnisse. Und nächste Woche habe ich Spring Break und damit geht es ab nach New York City.

Bericht 4  Bericht 4.2


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12.02.2020: Track&Field


Da ich auch in Deutschland Leichtathletik mache, habe ich mich für das Team hier an der NWU beworben. Nach einigem Papierkram und einem Arztcheck darf ich nun mittrainieren. Ich bin in der Gruppe der Mittel- und Langstreckenläufer unterwegs. Wir laufen nahezu täglich bei Wind und Wetter draußen, was natürlich manchmal einige Kleidungsschichten erfordert, allerdings sehe ich so tatsächlich viel von der Umgebung. Das Sportsystem in den USA ist ganz anders als in Deutschland. Die Unis haben eigene Sportmannschaften und sind in einzelnen Ligen organisiert. Die NWU ist mit ihren Mannschaften Teil der American Rivers Conference und obwohl Leichtathletik eigentlich ein Individualsport ist, fährt man als Team zu Wettkämpfen und tritt gegen andere Schulen an. Auch das Training ist im Alltag an der Uni integriert und so kann ich zum Beispiel in einem Fitnesskurs mein Krafttraining absolvieren. Tatsächlich waren wir am letzten Wochenende in Iowa und ich bin meine erste Meile im Wettkampf gelaufen. Für alle, die nicht wissen, was eine Meile ist, es sind exakt 1609m. Das ich nochmal einen Wettkampf laufen würde, hätte ich tatsächlich nicht gedacht. Aber es war eine tolle Erfahrung und natürlich hoffe ich, bei den nächsten Wettkämpfen noch ein bisschen schneller zu sein. Die Stimmung auf den Wettkämpfen ist super, das gesamte Team feuert die startenden Athleten mit vollem Elan an und so läuft man nochmal ein bisschen schneller für sein Team. Nach einem langen Wettkampftag konnten wir in der Frauen- und Männerwertung den Sieg mit auf die 4 stündige Fahrt nach Hause nehmen.

Bericht 3   Bericht 3.1   Bericht 3.2


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03.02.2020: Kaffeestunde und Superbowl


Die ersten Wochen in Amerika sind rum und ich würde behaupten, dass ich mich sehr gut eingelebt habe. Mein Stundenplan ist mir mittlerweile vertraut und es ist langsam ein Alltag eingekehrt. Der Campus der NWU ist natürlich nicht so groß wie in Dortmund, trotzdem braucht es einige Zeit, bis man alle Gebäude mit Namen kennt. Ich konnte auch schon ein wenig die Umgebung erkunden. Auch wenn das Wetter hier tatsächlich sehr launisch ist. Nach viel Schnee und Temperaturen bis -20 Grad kommt aber immer mal wieder die Sonne raus. Tatsächlich ist das System mit Fahrenheit sehr verwirrend, denn an einem Tag meinte ein Freund es wird morgen Minusgrade geben und ich dachte erst, es hat schon die ganze Woche unter Nullgrad, wie kann es morgen schlimmer werden. Dabei hat er natürlich von Fahrenheit gesprochen. Auch Längenangaben wie Meilen und Inches lösen eher einen Knoten in meinem Kopf aus. Generell habe ich durch den Club des International Office viel Kontakt mit den anderen Austauschstudierenden aus aller Welt und einigen Amerikanern, wir unternehemen oft an den Wochenenden gemeinsam etwas (z.B. Schlittschuhlaufen). Aber auch die anderen Clubs der NWU veranstalten immer wieder Events auf dem Campus. So waren wir diese Woche unter anderem bei einem Escape-Room Spiel, was wirklich sehr viel Spaß gemacht hat und eine tolle Abendveranstaltung war. Und einmal die Woche spreche ich hier auch Deutsch, denn die Uni bietet Deutsch als Studienfach an. Jeden Freitagnachmittag findet in einem nahegelegenen Café eine Kaffeestunde für Studenten, Professoren, Ehemaligen und Freunde der Universität statt. In einem ungezwungenen Rahmen wird dann über vieles gequatscht. Das macht wirklich sehr viel Spaß. Einige meiner Freunde wohnen nicht in einem der Wohnheime, sondern abseits des Campus. Für den Superbowl, welcher hier in Amerika wohl das Sportevent des Jahres ist, hat mich mein I-Pal zu sich nach Hause eingeladen. In allen Kategorien ist der Superbowl ein Superlativ und durch und durch amerikanisch. Dieses Jahr standen die Kansas City Chiefs im Finale und mein I-Pal Maggie und ihre Familie sind Chiefs Fans und seit meiner Ankunft bin ich natürlich auch Fan der Mannschaft. Bereits mittags hat sich die ganze Familie getroffen und jede Menge Essen zu bereitet, dabei viel gequatscht und nebenbei den Spielvorbericht geschaut. Es war eine sehr schöne und familiäre Atmosphäre und ich habe mich direkt wohl gefühlt. Die Amerikaner sind generell sehr gastfreundlich und immer bemüht, dass es einem gut geht. Es wurde auch extra drauf geachtet, dass es genügend vegetarisches Essen für mich gibt, was in Amerika durchaus nicht immer leicht ist. Die Köche in der Mensa kennen mich tatsächlich auch schon, weil ich das Gericht immer ohne Fleisch haben möchte. Der Superbowl war dann tatsächlich sehr spannend, doch nachdem die Chiefs nach 50 Jahren endlich wieder einen Titel gewinnen konnten, haben wir noch ein Feuerwerk auf der Straße angezündet.

GO CHIEFS!

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15.01.2020: Welcome and Goodbye


Nach über einem Jahr Vorbereitung mit Anträgen, Schriftkram und unzähligen Emails wurde es im Dezember langsam ernst. Die Aufregung hielt sich bei mir aber sehr in Grenzen. Ich war viel zu sehr mit meiner Packliste beschäftigt und wie ich alle meine Lieblingspullis und noch ein extra Paar Schuhe in meinen Koffer kriegen könnte. Ich habe mir in den Weihnachtsferien oft diese magische Handtasche von Hermine gewünscht… Meine letzte Woche in Deutschland verging dann wie im Flug. Neben Uniseminaren und den letzten Studienleistungen hatte ich jeden Tag drei Verabredungen, um sich noch ein letztes Mal zu sehen, um sich dann wiederum per Zufall noch mindestens einmal über den Weg zu laufen. Vielleicht wisst ihr was ich meine… Außerdem war mein Koffer immer noch nicht fertig. Hier mein erster Tipp: Bereitet euch gut vor, plant was ihr braucht und besorgt die Sachen rechtzeitig. Das ist natürlich abhängig von eurem Ziel, aber so wird sich auch eure Aufregung in Grenzen halten und ihr könnt einen klaren Kopf behalten. Und macht nicht alles auf den letzten Drücker, denn wir wissen alle, dass „mal eben schnell“ eine Lüge ist 😉
Ansonsten hatte ich schon seit Dezember immer wieder per Social Media Kontakt mit meinen I-Pals (ähnlich dem Buddy-Program) wodurch die Vorfreude noch größer wurde.

Mein Reisetag ging zwar sehr früh los aber bis Chicago war es super entspannt. Die ersten Worte, die ich von einem Amerikaner gehört habe, waren dann „Many flights are cancelled“. Wie hätte es anders sein können, war natürlich mein Flug betroffen. Aber das Flughafenpersonal war super nett und hilfsbereit. Ich bin auf die Warteliste gesetzt worden und dann blieb mir nichts anderes übrig als zu warten. Bis zur letzten Minute wusste ich nicht, ob ich mitfliegen konnte. Aber auch dann hätte es eine Lösung gegeben. Deshalb keep cool, auch wenn es manchmal schwerfällt. Glücklicherweise habe ich dann den letzten Platz in einer super winzigen Maschine bekommen. Ich wurde dann trotz meiner Verspätung sehr herzlich am Airport in Lincoln empfangen. Direkt am nächsten Tag gab es für alle neuen Internationals eine Orientation. Generell ist das Global Office sehr bemüht euch eine gute Zeit zu bereiten und alle Fragen zu klären. Fast alle Infos gab es aber auch schon vorher per Mail und generell kann man immer nochmal nachfragen. Am Sonntagabend hat sich dann auch der Campus wiederbelebt, denn alle sind aus ihren Ferien zurückgekommen. An der NWU gibt es auch einen Studiengang für Deutsch, sodass die Studis sich sehr gefreut haben mit mir etwas zu quatschen und es macht Spaß, weil man nicht so viel denken muss. Ansonsten sind alle sehr beeindruckt und interessiert und erzählen euch, dass sie auch schonmal in Deutschland waren (meistens haben sie keine Ahnung wo sie waren :D). Mein erster Kurs am Montag war zum Glück ein Sportkurs und wir mussten uns nur vorstellen, aber jetzt weiß ich wie Leute sich fühlen, die Prüfungsangst haben. Ich war noch NIE so nervös meinen Namen zusagen und wo ich herkomme, aber ich habe es geschafft und das zählt. Ansonsten fühlt es sich momentan noch wie eine Klassenfahrt an, weil es noch keinen Alltag gibt, aber diese Zeiten werden sich wohl mit den ersten Hausaufgaben ändern.

Bis bald
Maren

P.S: Auf den Fotos seht ihr ein bisschen was vom Campus der NWU. Momentan ist es kalt und es schneit ab und zu. Die Eichhörnchen sind supersüß…

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Die USA entdecken


Mein Auslandssemester in den USA wird viele Erfahrungen für mich bereithalten. Ich freue mich auf die Zeit, weil ich das Collegeleben in allen Facetten kennenlernen darf. Neben neuen Impulsen für mein Studium freue ich mich natürlich auf das Land und die Menschen, denn die kulturellen und persönlichen Erfahrungen sind die für mich die wertvollsten.


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Laura Hope
Tel.: 0231 755-4728

 

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