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FSJ Kultur im Referat Internationales: Schafe hüten als Bildungstag

Im Rahmen seiner FSJ Kultur Bildungstage nutzte Björn Herter eine einmalige Gelegenheit: 600 Schafe hüten.

Björn mit Lamm

„Das ist ja wohl mal etwas ganz anderes!“ war ein Satz in der Beschreibung dieses Angebotes, der mich besonders neugierig machte. Einen Tag lang auf über 600 Schafe aufzupassen, das konnte ich mir zunächst nur schwer vorstellen.

Mit einer gewissen Aufregung machte ich mich am 4. Juni auf den Weg nach Wölmersen, Rheinland-Pfalz. Mich erwartete eine kleine Gruppe anderer FSJler mit denen ich die nächsten Tage verbringen sollte. Man merkte sofort, dass wir eine gewisse Abenteuerlust teilten, die uns auch dazu gebracht hatte, uns für dieses Angebot zu entscheiden. Dennoch wussten wir nicht, was uns genau erwarten würde. Das einzige worin wir uns sicher sein konnten: wir würden am nächsten Tag die Verantwortung über eine Schafsherde mit 600 Tieren haben.

Nach der Ankunft und dem Beziehen der Zimmer konnten wir uns durch verschiedene Vertrauens- und Kennenlernspiele auf die nächsten Tage einstimmen. Offene Fragen wurden beantwortet, halfen dennoch nicht dabei sich die Situation genau vorstellen zu können. Am nächsten Tag war es dann soweit. Wir wurden von einem Personal Coach abgeholt, der sich auf das Schafe hüten als Coaching Methode für Betriebe und andere Gruppen spezialisiert hat. Besonders wertvoll ist das Schafe hüten, da die Verantwortung über eine Schafsherde viele Parallelen zum Berufsalltag mit sich bringt und sowohl Achtsamkeit als auch Autoritätsqualitäten und Kommunikationsstärke erfordert.                                                                                                               

Anschließend lernten wir den Schäfer kennen, der uns zusammen mit dem Personal Coach zur Herde führte und uns die Aufgaben erklärte. Jeweils zwei Teilnehmenden wurde eine Strecke gezeigt, die wir mit den Schafen überwinden mussten. Diese mussten wir dann den anderen FSJlern erklären und sie so einteilen, dass die Herde stets zusammenblieb. Nun gab es kein Zurück mehr und die gesamte Gruppe musste sich auf die Erklärung der zwei ausgewählten „Neu-Schäfer“ verlassen. Es lief überraschend gut und von Aufgabe zu Aufgabe wurden wir immer vertrauter mit den Tieren und der Situation. Wir mussten die Tiere an Kühen vorbei, über Bäche und auf Weiden zum Grasen führen. Am Ende sollten wir sie zusammentreiben und einzelne Tiere herausziehen, damit der Schäfer die nötige Hufpflege durchführen konnte. Trotz der enormen Anstrengung und der Hitze entstand ein richtiges Gemeinschaftsgefühl, obwohl wir uns erst am Vortag kennengelernt hatten. Alle nahmen die Aufgaben und die Verantwortung sehr ernst.                                         

Nach 8 Stunden Arbeit durften wir erschöpft und glücklich den Heimweg antreten und unter die Dusche. Am dritten Tag reflektierten und analysierten wir die Erfahrung zusammen mit dem Personal Coach und stellten fest, dass uns diese ungewöhnliche Aufgabe enorm viel für unser späteres Zusammenleben in Gruppen und für das anstehende Berufsleben bringen würde. Nach einer emotionalen Verabschiedung fuhren wir alle nach Hause und hatten Einiges zu berichten. Es war ein Erlebnis, das wir nicht so schnell vergessen werden und eine Erfahrung, die uns niemand nehmen kann. Einen Tag lang Schäfer sein. Eine Erfahrung fürs Leben.

Herde gesamt 2

Hufreinigung 2

Stern

Fotos: Sebastian Schwarz



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